Georgien - Starke Frauen, Heilquellen und Hundertjährige
A. 05.09.-16.09.2026 Neu
Übersät von Burgen, Klöstern, Kirchen und alten Bauten mit Denkmaltafeln jeder Art begegnet man in Georgien der Kultur auf Schritt und Tritt.
Die Freude am Gesang, die Liebe zum Tanz, die große Hilfsbereitschaft und eine Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht, sind mittlerweile weit entfernt vom Erbe sowjetischer Zeiten. Eine 8.000 Jahre alte Weinkultur und die Liebe zum ausgiebigen Tafeln an reich gedeckten Tischen wie auch die Kommunikationsfreude erinnern sogar an Italien...
Die atemberaubende Schönheit der Kaukasus-Berge zeichnet auch die einzigartige Natur dieses Landes aus. Hier kann man noch allein und friedlich unterwegs sein wie die Hirten alter Zeiten. Kein Wunder also, dass es bis heute in Georgien viele alte Menschen gibt, die es vorziehen, allein in dieser Wildnis zu leben, wobei „allein sein“ nicht gleichbedeutend ist mit „einsam sein“. Erstaunlich (oder auch nicht?): in manchen Regionen der Kaukasusberge werden alte Menschen trotz der Kargheit ihres Daseins hundert und mehr Jahre alt.
Auf dieser Reise werdet Ihr ein uraltes Kulturland abseits der ausgetretenen Pfade kennen lernen. Die deutsche Autorin Maria, die weltweit als Beraterin tätig war und Bücher über kreatives Leben und glückliches Altern geschrieben hat, begleitet Euch auf dieser spannenden Reise. Sie kennt Georgien seit 2009 und hat Tiflis zu ihrer neuen Heimat gewählt.
Eine deutschsprachige lokale Reiseleiterin ist außerdem mit dabei.
Tagesprogramm*
Tag 1: Individuelle Anreise aus Deutschland
Individuelle Ankunft in Tiflis und Transfer zum Hotel. Gemeinsames Abendessen und Besprechung des Programms.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück in Mittelklasse-Hotel in Tiflis
Tag 2: Hauptstadt Tiflis: Pariser Flair zwischen Orient und Jugendstil
Nach dem Frühstück beginnen wir mit einem geführten Spaziergang durch eine märchenhafte Vergangenheit, durch das Herzstück von Tiflis: die wunderschöne Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den orientalisch wirkenden Schwefelbädern, vom Alter gebeugten kleinen Häusern mit reizvollen Innenhöfen und Balkonen mit filigranen Schnitzereien, an denen der Wein emporrankt. Im angrenzenden Stadtteil Sololaki findet man sich dann vor Adelspalästen und einer reichen Architektur alter Zeiten wieder.
Am Fluss, der durch Tiflis fließt, bietet sich der aparte Anblick von den am Ufer auf hohen Felsen gebauten Häusern. Das Stadtbild am Fluss wie auch zahlreiche Bauten des Zentrums erinnern immer wieder an Paris. Über die futuristische Friedensbrücke gelangen wir zur Gondelbahn, die uns zur Festung Narikala bringt, von der aus man ganz Tiflis überblicken kann. Danach zeigt eine Stadtrundfahrt uns das andere Tiflis: klassizistisch, modern, mondän. Über den eleganten Tschavtschavadze-Boulevard kommen wir zum Vake Park, von wo wir mit der Seilbahn hinauffahren zum kleinen Schildkröten-See. Wir besuchen auch das ethnografische Museum, wo traditionelle Landhäuser aus ganz Georgien nachgebaut sind und das Leben auf den Dörfern gezeigt wird. Vom hier geht es über die Prachtstraße des Zentrums, den Rustaveli Boulevard, zurück zum Zentrum.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück wie am Vortag
Tag 3: Ein Monolith, ein Kloster und die Einsamkeit des Kaukasus
Am nächsten Tag geht es in die Berge des großen Kaukasus. Geplant ist, den kleinen Ort Oni in der Provinz Racha zu besuchen. Die gesamte Fahrt, einschließlich der Kaffeepausen und Zwischenstopps, dauert etwa 6 Stunden. Wir werden in Kazchi anhalten, wo es eine sehenswerte Besonderheit gibt: ein 40 m hoher, alleinstehender Monolith, auf dem oben, auf kleinstem Raum, ein Einsiedler lebt. Wir können den Monolithen nur bestaunen, nicht besteigen. Das danebenstehende und in außergewöhnlich sechseckiger Form gebaute Kloster Kazchi der neueren Zeit werden wir dagegen besuchen.
Die neue, wenig befahrene Straße, die uns weiter nach Oni bringt, führt durch einsame Bergwelt und ist eine Fahrt, die mehr ist als uns nur von einem Ort zum anderen zu kutschieren: man kann, durch nahezu unberührte Natur fahrend, in seine eigene Abgeschiedenheit eintauchen.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück in Hotel in der Region Oni
Tag 4: Zum Greifen nah: der große Kaukasus
Für alle Bergliebhaberinnen ist der große Kaukasus ein absolutes Highlight. Wer die Berge gern von oben sehen möchte, kann auf Wunsch eine Fahrt zum kleinen Plateau des 2.400 m hohen Chiora-Berges buchen. Die Fahrt auf den Chiora-Berg dauert ca. 1,5 Stunden und führt durch viele kleine Bergdörfer. Unterwegs gibt es wunderschöne Aussichten und eingefasste Quellen, an denen man naturreines Bergwasser genießen kann. Oben angelangt erwartet uns das unbeschreibliche Erlebnis, die Bergriesen des Kaukasus so zu sehen als wären sie ganz nah.
Wer nicht mit auf das Plateau möchte, hat heute Zeit, den Tag in Oni und Umgebung selbst zu gestalten. Hier in Oni können wir auch bei Nanuli, der alten Bäckerin des Ortes vorbeischauen, die das Brot auf ganz traditionelle Weise mit Feuer backt.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück wie am Vortag
Tag 5: Eine Hauptstadt aus vergangenen Zeiten und die Heilkraft schwarzen Sandes
Von den hohen Bergen geht es nun über Kutaisi hinab ans Meer. Kutaisi, die drittgrößte Stadt Georgiens, wirkt trotz der Tatsache, dass sie in früheren Zeiten auch als Hauptstadt fungierte, wenig metropolenhaft. Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt und laufen anschließend noch ein bisschen zu Fuß durch diese Stadt. Eine individuelle Kaffeepause oder individuelles Mittagessen ist hier ebenfalls möglich.
Am späten Nachmittag fahren wir weiter nach Ureki, einem kleinen Ort mit schwarzem Sandstrand. Ureki ist als Ort eher schlicht und dörflich, das Besondere hier ist sein Strand, der sehr bekannt ist wegen seines schwarzen magnetischen Heilsandes, der auch medizinisch angewendet wird.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück in Hotel in Ureki
Tag 6: Vom Heilsand-Strand nach Batumi, dem „Monte Carlo des Kaukasus“
Je nach Wetter können wir am Morgen in Ureki die Wellen des schwarzen Meeres genießen, am Strand entlang spazieren gehen oder ein bisschen im Heilsand liegen, bevor wir nach Batumi weiterfahren.
Batumi ist Hafenstadt und mondäner Vergnügungsort. Unter der Regierung des früheren Präsidenten Saakaschwili sollte Batumi zu einer Art Monte Carlo des Kaukasus werden, was zu einer einzigartigen und atemberaubenden Mischung an Architektur führte. Bei einem Spaziergang durch die Stadt kommt man sich vor wie in Italien, Deutschland, Frankreich, Russland und dem Orient zugleich: hochmoderne Wolkenkratzer, avantgardistische Bauten, italienischer Campanile, deutsch anmutendes Kaffeehaus, französische Jugendstilbauten, orientalische Balkone – eine stilmäßig recht abenteuerliche und doch faszinierende Mischung.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück in Hotel in Batumi
Tag 7: Von der avantgardistischen Hafenstadt zu den Hundertjährigen im Bergdorf
Nach dem Frühstück geht es wieder in die Berge, diesmal zum kleinen Kaukasus, eine Fahrt bizarrer Kontraste innerhalb von nur zwei Stunden. Subtropische Wälder, Weinberge, idyllische Flusstäler, in die Straßen ragende Felsen und viele Moscheen, denn diese Region war früher in osmanischer Hand. Wir fahren hier nicht in die Tiefen dieser Berge, sondern nach Chulo, das an der Hauptachse liegt und dafür bekannt ist, dass hier immer mehrere Hundertjährige leben. Wenn wir Glück haben, können wir hier Frauen besuchen, die über 100 Jahre alt sind.
Am Nachmittag fahren wir durch Laub- und Kiefernwälder über den 2.000 m hohen Goderzi-Pass hinab nach Achalziche, das sich mit einer Festungsanlage und einem ehemaligen Palast ein orientalisches Flair bewahrt hat.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück in Hotel in Achalziche.
Tag 8: Ein weiteres Highlight: die Höhlenstadt Wardzia
Von Achalziche fahren wir am Morgen nach Wardzia, um das spektakuläre Höhlenkloster zu besichtigen, das man auch Höhlenstadt nennen kann, denn als solche wurde es in frühen Zeiten von einer Königin namens Tamar stadtähnlich ausgebaut. Der Weg dorthin, an einem Fluss entlang durch ein wunderschönes Tal, mit tollen Aussichten auf Hügel, Felsen, Dörfer und Burgen, würde allein für sich genommen schon die etwa einstündige Fahrt lohnen.
In Wardzia angekommen, kann es nur noch ungläubiges Staunen geben. Wir stehen vor einem in die steile Felswand hinein gehauenen Höhlenkomplex von 500 Höhlen: 79 Höhlenwohnungen, in 8 Etagen, innen durch Treppen verbunden, mit insgesamt 242 Räumen und weitere vierzig Häuser in 13 Etagen mit insgesamt 165 Zimmern. Auch nur einen Teil dieser „Stadt“ zu erkunden, ist ein einzigartiges Erlebnis. Trotz der nach „Wohnraum“ klingenden Beschreibung ist Wardzia natürlich nicht mehr bewohnt. Aber es gibt noch einige Mönche, die hier leben. Mit etwas Glück können wir uns vielleicht mit einem von ihnen unterhalten.
Am Nachmittag geht es dann zurück nach Achalziche. Nachdem wir uns im Hotel ein wenig ausgeruht haben von der „Felsenstadt-Wanderung“, werden wir die Festungsanlage besichtigen. Welche möchte, kann danach noch individuell die Altstadt erkunden.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück wie am Vortag
Tag 9: Entspannung im Kurort der Zaren und Musik in der Hauptstadt
Nach dem Frühstück fahren wir nach Bordschomi, eine Kurstadt, die wegen ihres Mineralwassers sehr bekannt ist und schon in der Antike Menschen angezogen hat, die sich von diversen Leiden kurieren wollten. Bordchomi war auch der Kurort der Zaren. Diese Vergangenheit spiegelt sich im Kurpark, in diversen Prachtbauten und in eleganten Innenräumen wieder. In Bordschomi haben wir Zeit zur freien Verfügung: um sich zum Beispiel in einem Schwefelbad, bei einer Massage oder bei einem Spaziergang im Park zu entspannen.
Am Nachmittag fahren wir nach Tiflis zurück. Wer Lust hat, kann abends mitkommen zu einem Pub in Tiflis, in dem regelmäßig Live-Musik angeboten wird.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück im Hotel der ersten beiden Tage
Tag 10: Kachetien, das Wein-El Dorado Georgiens
An den letzten beiden Tagen unserer Reise machen wir uns auf in die Region, die in Georgien am meisten für den Weinbau steht: Kachetien. Auch in Georgien ist Weinbau eher „Männersache“, wir aber besuchen eine der wenigen Winzerinnen: Sanata in Achmeta. Sie empfängt uns auf ihrem Weingut Lagvani und wird uns alles über Weinkultur in Georgien erzählen. Und natürlich werden wir hier, wie auf jedem Weingut in Georgien, auch probieren dürfen. Auf dem Weg nach Achmeta machen wir zwischendurch noch Station in Tianeti, um bei Frauen vorbeizuschauen, die Käse herstellen.
Von Achmeta geht es am späteren Nachmittag wieder zurück nach Tiflis, wo bis zum Abendessen noch etwas freie Zeit für individuelles Bummeln oder Souvenir-Einkäufe bleibt.
- Abendessen in einem Restaurant in der Stadt, Übernachtung und Frühstück wie am Vortag
Tag 11: Die Stadt der Liebe und die Heilquelle der heiligen Nino
Heute fahren wir nach Singhnagi, eine ca. 1,5 stündige Fahrt in ein Städtchen, das die Stadt der Liebe genannt wird, ein romantisches kleines Festungsstädtchen mit kleinen Gassen, Ziegeldächern, bunten Balkonen und KünstlerInnenwerkstättten, das einen Hauch von italienischem Charme versprüht. Die Liebe hat hier tatsächlich ihren Platz, denn viele Paare kommen hierher, um zu heiraten.
Wir fahren zum nahegelegenen Kloster Bodbe, das, von Zypressen umgeben, ebenfalls an Italien erinnert. Das Nonnenkloster hat eine besondere Bedeutung für Georgien, weil hier die heilige Nino begraben ist, die bedeutendste Missionarin des Christentums für Georgien (es waren überhaupt Frauen, die das Christentum in Georgien verankerten). In der Nähe des Klosters gibt es eine Heilquelle, der Wunderheilungen nachgesagt werden. Welche möchte, kann hinabsteigen und vom Wasser trinken oder auch im Badehaus in das Wasser steigen (die Nonnen stellen hierfür ein Badetuch zur Verfügung). Danach besuchen wir Ia und ihr Lost Ridge Inn mit Pferderanch. Ia braut ihr eigenes lokales Bier und wird uns gern etwas dazu erzählen. Und ihren kaukasischen Pferden können wir gerne kurz Hallo sagen.
Auf dem Rückweg machen wir in Ponitschala Halt, ein Vorort von Tiflis, wo die Autorin Maria uns zum Abschied zu einem kleinen Umtrunk in ihr Atelier einlädt. Hier gibt sie uns gern das Geheimnis preis, warum sie als welterfahrene Frau, die auf vier Kontinenten unterwegs gewesen ist, am Ende ausgerechnet Georgien zur Wahlheimat ausgewählt hat.
- Abendessen, Übernachtung und Frühstück wie am Vortag
Tag 12: Abreise
Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug.
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